Der Surf Kids Club Medawatta: Kinder lernen Surfen in Sri Lanka

Surf Kids Club Medawatta

Nach der freitäglichen Beachparty im Drivethru Surfcamp stehe ich, bereit zum Frühsurf, pünktlich in der Küche und suche nach einer Tasse Kaffee. Am Wochenende ist Kursfrei und somit schlafen die meisten aus. Trotzdem ist ein Mädel schon wach und sie erzählt mir vom Surf Kids Club Medawatta. Immer samstags finden dort kostenlose Surfstunden für einheimische Kids statt.

Mein Interesse ist geweckt und ich will mehr erfahren. Das wäre doch eine tolle Sache für den Blog. Leider ist heute mein letzter Samstag in Madiha, bevor es wieder zurück nach Dalawella geht. Gerne wäre ich dabei gewesen. Es wird mir aber angeboten, dass ich doch an einem anderen Samstag vorbei kommen soll. Um 9:00 Uhr geht’s immer los.

Zwei Wochen später im Bahnhof in Galle. Das Surfboard lehnt an meinem Schienbein. Schweiß läuft mir den Rücken runter. Meine Zähne zermahlen gerade nervös den zweiten Kokosnussroti. Ausgerechnet heute hat der Zug Verspätung. Schon über 30 Minuten. Egal, ich will auf jeden Fall die Kids beim Surfen sehen.

Surf Kids Club Medawatta

Nicht nur das Surfen, sondern auch der Umgang mit der Natur und dem Meer werden den Kids erklärt.

Das Aufwärmtraining läuft bereits und ich stelle mich einfach zu der Helfergruppe. Einer der Locals erklärt den Kids in strengem Ton, wie das Paddeln und Aufstehen funktioniert. Wir machen die bekannten Trockenübungen. Liegen auf dem Board, Paddelsimulation, aufstehen und in Surfhaltung verharren. Etwas hilflos stehe ich herum, schnappe mir aber dann einen Jungen und zeige ihm, was ich weiß.

Leicht ins Hohlkreuz gehen, paddeln, mit Schwung aufstehen und in die richtige Stellung hüpfen. Jetzt Du! Der Junge mit dem neongelben Lycra und der lila Badehose versucht es nachzuahmen. Er macht fast einen Spagat nach dem Aufstehen und ich erkläre ihm, wie er eigentlich stehen sollte. Nochmal von vorne! Wieder Spagat. Geduldig schiebe ich seine Füße zusammen, knicke mit meiner rechten Hand sein hinteres Knie etwas ein und drücke seinen Oberkörper über das Vordere. Sieht schon besser aus. Nochmal! Und wieder Spagat.


Wahrscheinlich hat es bei mir am Anfang genauso ausgesehen. Ich zeig’s ihm nochmal. Aufmerksam schaut er zu. Macht Spaß!

 

Endlich geht’s ins Wasser. Die Kids haben Freude. Die strahlenden Gesichter, wenn ich eins mit seinem Board in die Welle schiebe und sie davon gleiten, sind von hinten nur zu erahnen. Toll! Mir blieb diese kindliche Leichtigkeit, Unerschrockenheit und Neugierde bei meinen ersten Versuchen auf dem Surfboard leider verwehrt. War ich doch schon fast 30 Jahre alt. Trotzdem fühlt es sich großartig an, den Jungs und Mädels hier das Surfen näher zu bringen.

Darüber will ich unbedingt schreiben! Katia, die Gründerin des Surf Kids Club Medawatta fand es auch eine gute Idee und es entwickelte sich ein Interview daraus. Schau dir an, was sie zu sagen hat und wie man darauf kommt, einfach so eine Surfschule für einheimische Kinder in Sri Lanka auf die Beine zu stellen.

Surf Kids Club Medawatta

Katia mit einigen ihrer Surfkids. Ob sie alle Anweisungen verstehen spielt eigentlich keine Rolle. Ein Lächeln und gute Absichten versteht ein jedes Kind.

Was war die Motivation, den Surf Kids Club Medawatta ins Leben zu rufen?
Für mich war das Ganze eine natürliche Sache. Ich lebe hier und will dieser wundervollen Insel etwas zurückgeben. Das war das Mindeste. Du kannst nicht nur nehmen, du musst auch geben!

Wer waren die Gründer des Kids Club ?
Ich bin die Gründerin des Surf Kids Club Medawatta. Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr was machen, aber es war leider kein Platz und keine Zeit vorhanden. Es braucht alles seine Zeit und dieses Jahr war einfach perfekt. Dann habe ich Thusan, einen einheimischen Surflehrer, getroffen und ihm von meiner Idee erzählt. Er war begeistert und wollte auf jeden Fall dabei sein.

Wann habt ihr losgelegt und wie war der Anfang?
Wir haben im Januar 2016 begonnen. Mein Freund Leo, Thushan und ich. Es war ganz spontan. An einem Dienstag beschloss ich: „Genug geredet, wir machen es jetzt!“ Thusan schlug Samstag vor, da es sein einzig freier Tag ist. Dann machten wir mit seiner Hilfe ein Poster auf singhalesisch. Ich war so glücklich an dem Tag, als ich es an einer Wand in der Nähe des Strandes anbrachte. Da waren auch einige Väter, also erzählte ich ihnen von meiner Idee. Sie waren so aufgeregt und versprachen ihre Kinder vorbei zu bringen. Sie haben es wirklich getan!

Surf Kids Club Medawatta

Leo, der Freund von Katia. Durch die Augen kannst du die Freude und Visionen der Kinder erkennen!

Was habt ihr gemacht, um mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen?
Mein Freund lebt seit letztem Jahr in diesem Dorf. Also war es ein bisschen einfacher für mich, da die Locals ihn schon kannten und mir deshalb vertrauten. Wir haben nur dieses Poster gemacht und den Nachbarn davon erzählt. Bei der ersten Stunde waren sechs Kinder da. Dann war es wie eine Lawine. Sie haben es einfach weiter erzählt und beim letzten Mal waren es 25 Kinder!

Wie viele Leute haben euch dann geholfen?
Du solltest eigentlich einen Erwachsenen für zwei Kinder haben. Es ist eine große Verantwortung und Ozean bleibt Ozean. Wir hatten viele Freunde, die uns während der Saison besuchten und sie freuten sich alle uns zu unterstützen. Danke Leute! Dann fingen das Drivethru Surfcamp und einige einheimische Surfer an, regelmäßig teilzunehmen. Ich glaube, die Einheimischen waren am Anfang etwas schüchtern mit zu machen.

Wie finanziert ihr eigentlich den Surf Kids Club Medawatta?
Wir haben ein paar Spenden von unseren Freunden Steffi S., Eva und Chris bekommen. Sie haben alle, während ihrem Urlaub auf der Insel, beim Surf Kids Club mitgeholfen. Der Rest waren Ersparnisse. Das Drivethru spendete auch ein Softtopboard! Alle Locals sind sehr hilfsbereit. Wenn sie Surfboards haben, bringen sie diese zu den Surflessons. Einige haben sogar ein paar Päckchen Milo (sehr beliebtes Schokoladen Getränk in Sri Lanka) nach dem Surfkurs vorbeigebracht.

Die Betonung liegt auf SurfSCHULE! Die Meisten wissen nicht sehr viel über das Meer.

Die Betonung liegt auf SurfSCHULE! Die Meisten wissen nicht sehr viel über das Meer, seine Bewohner und die Einflüsse des Menschen auf all Das.

Wie soll das in Zukunft weitergehen?
Ich würde gerne, während dem Sommer in Europa, mehr Spenden in Form von Material oder Geschenken sammeln. Wir haben den Kindern Lycras oder den Mädchen Leggins gegeben, was ihnen wiederum Selbstvertrauen gab.

Wenn du uns also unterstützen willst, Kontaktiere uns! Am schnellsten und einfachsten kannst du Kontakt über Facebook aufnehmen!

Was sind eure Pläne mit dem Surf Kids Club Medawatta?
Dieses Jahr haben wir einen guten Eindruck davon bekommen wie alles läuft. Jetzt ist Zeit herauszufinden wie wir es nächstes Jahr professioneller machen können. Es sollte nun zwei Gruppen geben: Anfänger und Fortgeschrittene. Auch müssen wir irgendwie die Kapazität begrenzen oder mehr Leute die hier leben integrieren. Ich glaube nicht, dass 25 Kinder die endgültige Anzahl bleibt.

Wie ist das Gefühl, wenn du die lachenden Kinder siehst?
Ich liebe Kinder und ich liebe es mit ihnen zu arbeiten. Sie leben direkt am Meer, gehen aber nie schwimmen oder surfen. Vielleicht in ihren Träumen. Als du bei uns warst, hast du ja gesehen wie glücklich die Kinder darüber sind, eine schöne Zeit mit uns zu haben. Wenn ich dieses Lachen und die Freude sehe, glaube ich, wir machen das Richtige hier.

Auf jeden Fall! Das war‘s von meiner Seite aus. Danke für den Einblick und die Antworten! Größten Respekt von mir, so etwas auf die Beine zu stellen und am Leben zu halten. Es hat sich wirklich gelohnt, die Leute zu unterstützen und ich hoffe sehr, dass es mit dem Surf Kids Club Medawatta weiter vorangeht.

Surf Kids Club Medawatta

Der Spaß steht natürlich im Vordergrund. Auch bei den Lehrern und Helfern. Dem Jungen ganz rechts habe ich am Anfang die Trockenübungen gezeigt.

Wenn du es bis hier hin geschafft hast, gibt es noch ein Video für dich. Es wurde von Joe Spa während meines Besuches in Medawatta gedreht und er hat es mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben in Sri Lanka

Was sagst du zu dem Einsatz von Katia und ihren Freunden für die Surfkids in Sri Lanka? Würdest du ihnen vielleicht auch einmal gerne helfen oder warst sogar schon einmal dabei? Hast du auch Lust etwas zum Surf Kids Club Medawatta beizutragen? Dann gib mir doch in den Kommentaren Bescheid!

Hat's dir gefallen? Dann würde ich mich freuen, wenn du's teilst!

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