ONDA Surfboards: Zu Besuch bei ONDA water sports and more in Colombo

Onda Water Sports and more Colombo

Drei Nächte waren für Colombo eingeplant. Ein Tag Anreise aus dem Süden, ein Tag Visum verlängern, am nächsten etwas Sightseeing und dann so schnell es geht wieder Richtung Süden. Bin ja in erster Linie wegen den Wellen hier. Und in Colombo gibt’s keine, soweit ich weiß.

Während meiner Zeit am Dalawella Beach erzählt mir ein Localsurfer, dass er sein Bord in Colombo bei einem Surfshop gekauft hat. Ich werde neugierig. Hake nach. Surfshop in Colombo ist mir neu. ONDA surfboards!? Ein paar Minuten später spukt mir Google den Link zu einer Webseite aus. Gibt es also wirklich. ONDA water sports and more. Denen könnte ich bei meinem Aufenthalt in Colombo doch einen Besuch abstatten.

Einige Tage später, bei dem Surfcontest in Ahangama wehen weiße Flaggen mit orangenem ONDA-Schriftzug im Wind. Scheint doch was Handfestes zu sein. Also beschließe ich, Kontakt aufzunehmen. E-Mail. Antwort. Termin gemacht. Ging ja einfach. Und sie haben Lust mir ihre Story zu erzählen. Klasse. Irgendwie bin ich aber auch unsicher. Keine Ahnung, was da auf mich zu kommt. Kleiner Hinterhofschuppen mit fünf Boards im Lager oder ein pikfeiner Shop mit der ganzen Palette an Material?

Onda Water Sports and more Colombo

Der Showroom ist schlicht und einfach eingerichtet. Die überflüssigen Sachen wurden einfach weg gelassen. Sehr schön.

Nachdem mein Visum erfolgreich, um gleich drei Monate, verlängert wurde mache ich mich also auf den Weg zu Onda Surfboards. Ein Tuktuk organisieren ist wie immer keine Schwierigkeit. Dann mit dem Smartphone und Google Maps auf die Suche gehen. Was für ein Abenteuer. OK, nicht wirklich. Wie einfach, würde wohl mehr passen.

Problemlos finde ich die Ascot Avenue in Colombo 5. Hier soll es also sein. Nr. 8. Kein Schild oder sonstige Hinweise, die auf einen Surfshop aufmerksam machen würden. Dann halt einfach mal die Straße runter. Auf einem braunen, hölzernen Hoftor erspähe ich ein kleines ONDA-Schild.


Das Tuktuk ist sowieso schon weg und ich stehe, komplett verloren, irgendwo mitten in Colombo.

 

Mein linker Fuß setzt zuerst auf dem schwarzen glänzenden Fließenboden auf. Schlichte weiße Wände. Ventilatoren drehen sich an der Decke. Ein kleiner aufgeräumter Showroom zu meiner Rechten. Links geht es in einen großen Raum mit einigen schön designten Möbeln über. Mein Blick bleibt aber geradeaus hängen. Auf mehreren Boardracks reihen sich die Bretter auf, nach denen ich gesucht habe.

Ein Mann im blauen Hemd und Jeans ist gerade im Gespräch mit zwei Jungs. Kunden so wie es scheint. Einer der Beiden hält ein Hypto Krypto von Hayden-Shapes in der Hand und betrachtet es. Ich nehme in einem der Designerstühle platz und höre mir das Verkaufsgespräch an. Der Deal kommt zu Stande. Board, Leash, Finnen und Pad. Das komplette Programm. Die Beiden sind weg.

Der Herr im blauen Hemd wendet sich nun mir zu. Wir stellen uns vor und Jacob führt mich durch den Ausstellungsbereich in die Garage. Diese ist vollgestopft mit Kartons, auf denen das Logo von Global Surf Industries zu sehen ist. Wow, das hätte ich jetzt nicht erwartet. „Wenn du wirklich was verkaufen willst, brauchst du Boards in verschiedenen Shapes und Größen im Lager“, erklärt er mir. „Ich habe zum Test mit 25 Surfboards angefangen. Nun sind über Hundert hier.“

Onda Water Sports and more Colombo

Warten auf Jacob. Die von ihm designten Möbel haben schon einen Stil, der mir zusagt.

Es ist bestimmt nicht einfach, einen Händler zu finden, der solch kleine Mengen abgibt. Dann der Import. Schiffscontainer, Transport, Steuern. Keine Ahnung, was da alles dazu gehört. Wir setzten uns an einen Tisch und Jacob erzählt mir, in ausgedehnter Form von seinem Geschäft, seiner Arbeit und der Surferei. Eigentlich ist er Designer für Möbel- und Wohnaccessoires.


Ich merke aber an seinen Sätzen, dass er auch das Surfergen in sich trägt.

 

„Der Gedanke, einen kleinen Surfshop am Strand zu betreiben, oder sogar selbst Boards zu shapen ist sehr romantisch und grundsätzlich auch nicht verkehrt. Aber leben kannst du davon wahrscheinlich nicht.“ Jacob denkt mehr als Businessmann und macht den Eindruck, dass er wirklich weiß, wovon er spricht. Seine Vorstellungen sind etwas größer und durch seine Arbeit kennt er sich auch gut mit dem Import und Export aus. Vor Allem aber weiß er, was es bedeutet, hier in Sri Lanka ein Business zu betreiben.

Mir ist auch schon aufgefallen, dass viele Locals leider keinen Teamgedanken haben. Gerade was das Surfbusiness angeht. Jeder versucht sein eigenes Süppchen zu kochen. Die Konkurrenten bekriegen sich lieber, als zusammen zu arbeiten. Dabei könnten sie sich doch auch gegenseitig Kunden beschaffen.

„Du hast hier bei mir keine riesige Auswahl an Accessoires wie in den Surfshops der großen Marken. Ich möchte keine Mode vertreiben, sondern das, was du zum Surfen brauchst.“ Jacob hat Surfboards von Hayden Shapes, 7S, Mayerhofer, Walden, McTavish oder NSP im Ausstellungsraum. Zubehör wie Leashes und Tailpads gibt es von Ocean&Earth, FCS-Finnen, die bekannten Wachsmarken StickyBumps und SexWax, sowie Boardrepair sind auch vorhanden.

Onda Water Sports and more Colombo

Leashes, Pads, Finnen, Wachs. Es sind alle nötigen Accessoires auf Lager, die du zum surfen benötigst.

Die Surfboards kommen alle aus einer Fabrik in Thailand, was aber nicht heißt, dass sie qualitativ minderwertig sind. „Natürlich ist ein handgemachtes Hayden Shapes-Board was Besonderes. Es ist aber nicht das, womit der normale Surftourist, oder der Local in Sri Lanka zum Surfen geht. Die Boards und das Zubehör müssen auch bezahlbar sein.“


Für die Localsurfer in Sri Lanka ist ein neues Surfboard eigentlich schon über dem Limit des machbaren.

 

Meistens sind die Jungs auf der Suche nach gebrauchten Boards, die ein ausländischer Surfer da lässt. Deshalb zählt auch nicht der einzelne Surfer zu den Hauptkunden von ONDA Surfboards. Jacobs Zielgruppe sind mehr die Surfschulen und Surfcamps oder Hotels. Er sieht sich als Zwischenhändler und nicht als Direktverkäufer. Trotzdem bist du natürlich auch als Laufkunde herzlich willkommen bei ihm und kannst dich mit dem nötigen Surfstuff eindecken. Bei Interesse nimmst du am besten per Mail Kontakt mit ONDA auf.

Da Jacob schon lange in Sri Lanka lebt und surft, frage ich ihn noch nach der Entwicklung des Tourismus. Wie er es sieht, dass viele sagen, Sri Lanka würde das nächste Bali werden. Davon geht er hier nicht aus. „Die Beiden Inseln sind von ihrem Tourismus her grundverschieden. In Bali sind die ganzen Profis, die dementsprechend Profiwellen suchen. Deshalb sind auch die ganzen Bigplayer des Surfbusiness da und investieren.“ Dort ist sehr viel auf Surfen ausgelegt.

Onda Water Sports and more Colombo

Zur Auswahl stehen verschiedene Shapes und Längen. Es sollte für jeden etwas dabei sein.

In Sri Lanka ist mehr der Pauschaltourismus zu Hause. Das siehst du als Wellensuchender natürlich erst mal anders, da du dich ja auch in den entsprechenden Gegenden aufhältst. Morgens um halb sieben das Lineup mit 30 anderen Surfern zu teilen erweckt schnell den Eindruck, hier wären nur Surfer unterwegs. Trotzdem ist der Surftourismus nur ein sehr kleiner Anteil. Das merkt man auch schon bei der Anreise am Flughafen.


Bei meinen bisher fünf Besuchen waren nie mehr als zwei Boardbags neben meiner an der Sondergepäckausgabe gelegen.

 

Dagegen kommst du dir in Bali am Flughafen ja schon komisch vor, wenn du keine Boardbag vom Gepäckband ziehst. Auch sind die Wellen in Sri Lanka nicht so beständig. Es spielt sich im Süden und Westen alles in den Monaten November bis April ab, was ein sehr kurzer Zeitraum ist, um allein mit den Wellenhungrigen Geschäfte zu machen. Es wird noch eine Weile dauern, bis hier richtige Surfshops usw. entstehen. Aber irgendwann, werden die großen Surffirmen auch diese schöne Insel hier entdecken.

Ich selbst bin vor etwa zwei Wochen in Arugam Bay angekommen. Es hat sich einiges getan seit meinem letzten Aufenthalt 2011. Es gibt viele neue Shops, Restaurants und Gästehäuser. Die umliegenden Spots sind voller und alles ist irgendwie am Werkeln und Aufbauen. Jeder will ein Stück vom Surfkuchen abhaben. Ein Geschäft einer bekannten Marke sucht man aber noch vergebens. Ich glaube das Thema, ob Arugam Bay das nächste Kuta wird, was viele vorhersehen werde ich in einem anderen Artikel nochmal aufgreifen.

Onda Water Sports and more Colombo

Der Mann hinter ONDA water sports and more. Eine sehr freundliche und aufgeschlossene Begegnung.

Vielen Dank an Jacob von ONDA water sports and more. Er hat sich ausgiebig für mich Zeit genommen und mir einen guten Einblick in sein Business gegeben. Wenn du also vorhast, dich in Sri Lanka mit Surfequipment auszurüsten, dann findest du bei ONDA Surfboards in Colombo auf jeden Fall eine gute Auswahl.

Ob es sich lohnt, deine eigenen Boards mitzubringen oder lieber etwas auszuleihen, erfährst du in diesem Artikel.

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben in Sri Lanka

Was hast du in Sri Lanka für Erfahrungen mit Surfshops gemacht? Warst du vielleicht sogar schon mal bei ONDA Surfboards in Colombo? Hast du sonst eine Geschichte oder Frage, die du los werden möchtest? Dann freue ich mich auf ein paar nette Zeilen von Dir!

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