Magnus Rosen: Exklusives Basskonzert im Dschungel

Exklusives Basskonzert im Dschungel mit Magnus Rosen

Hast du schon einmal ein exklusives Basskonzert von einem berühmten Musiker direkt am Strand bekommen? Also ich meine ein Solokonzert, von einem zotteligen Kerl, der dir vorher nicht mal im Entferntesten bekannt gewesen ist und sich dann als ein weltbekannter Gitarrist entpuppt? Stell dir vor, der Typ an der Gitarre rockt den Beach und hat’s wirklich drauf! Dir wird aber erst klar, wer da vor dir steht, nachdem du das Internet gefragt hast. Ist dir so etwas schon einmal passiert? Nein? Mir auch nicht. Bis Magnus Rosen vor mir stand.

Mitte April. Neujahrsabend in Sri Lanka. Avurudu. So nennt sich das Neujahrsfest hier. Ich bin einer der wenigen verbliebenen Gäste im Rathna’s. Schon seit einigen Wochen ist es ruhiger geworden. Weniger Gäste. Weniger Wellen. Dafür mehr Kontakt zu den Einheimischen. Die Familie hat mich eingeladen, die Festlichkeiten mit ihnen zusammen in ihrem Wohnzimmer zu feiern.

Die „Kokosmilch-Zeremonie“ ist gerade erfolgreich zu Ende gegangen. Glück und Wohlstand werden also auch im neuen Jahr kommen. Der Rauch vom offenen Feuer im Wohnzimmer ist verzogen und draußen im Hof werden ein paar Feuerwerkskörper gezündet.


Alle sind fröhlich und ich bin auch glücklich, eine lokale Tradition miterlebt zu haben.

 

Es hupt vor dem Hoftor. Wir öffnen. Ein Minivan fährt ein. Neue Gäste um diese Zeit? Zwei Damen und ein Herr mit einer Haarpracht die sich wirklich sehen lassen kann, steigen aus. Riesige Koffer und eine Gitarre folgen. Wir schütteln die Hände und begrüßen uns. Aus Schweden kommen die Herrschaften. Ich habe natürlich keine Ahnung, dass mir da gerade Magnus Rosen die Hand gereicht hat.

Am nächsten Tag, es ist bereits Mittag, erzählt mir meine Zimmernachbarin, dass der Typ mit den langen Haaren, am Abend ein Konzert im Restaurant geben will. Er soll ein weltbekannter Bassspieler sein. „Do you know HammerFall?“ Scheinbar ist sie eine Bekannte der Neuankömmlinge. Ich schüttle mit dem Kopf. „It’s a swedish Heavy Metal Band.“ Ich schüttle nochmal den Kopf. „He want to play a concert for the guests in the evening.“ Cool, das schau ich mir auf jeden Fall an.

Basskonzert im Dschungel mit Magnus Rosen

Du kannst die Stimme leider nicht hören. Einfach genial, da sie eigentlich so gar nicht zu einem Hardrocker passt. Irgendwie aber sehr sympathisch.

„His name is Magnus Rosen and he is making musik like…“, sie schwingt ihren Kopf nach unten und lässt die langen Haare dabei fliegen. Ahhh, Headbanger also. Das kann ja nur super werden. Ein Heavy Metal Konzert im Dschungel. „Ich google dann mal ein bisschen nach Magnus Rosen.“, sag ich ihr und wünsche noch einen schönen Nachmittag.

Das Internet verrät mir natürlich so Einiges. Magnus Rosén also. Er hat tatsächlich zehn Jahre in der schwedischen Heavy Metal Band HammerFall die Bassgitarre gespielt. OK, super! HammerFall sagt mir aber auch nix. Wieder frage ich die allwissende Suchmaschine. Scheint ja schon was Größeres zu sein. Die waren auch schon in Wacken. Na jetzt bin ich dann wirklich auf den Abend gespannt.


Magnus Rosen befindet sich gerade auf einer Solotour und kommt direkt aus Bangladesch nach Sri Lanka.

 

Ich bin der letzte, der im Restaurant eintrifft. Es ist aber nicht schwer, noch ein Plätzchen zu finden. Außer mir sind nur noch 11 weitere Interessierte anwesend. Ein anderer Surfer der vor kurzem angekommen ist, vier Schwedinnen, die Gastfamilie mit Mama, Sohn, Tochter mit Mann und Kind und meine Wenigkeit mit Frau. Vorne steht Magnus Rosen schon mit seiner gelben Gitarre bereit. Krasses Lineup!

Das kleine Restaurant ist bereits in Dunkelheit gehüllt. Keine zehn Meter hinter uns hören wir die Brandung des aufgewühlten Ozeans. Alle sind mucksmäuschen still und gespannt was da gleich kommt. Es geht los! Mit einer Stimme, die sowas von feinfühlig und gefühlvoll klingt, moderiert der Schwede mit den langen Haaren das erste Stück an. Er nennt es die Verbindung zwischen West- und Ostküste.

Basskonzert im Dschungel mit Magnus Rosen

Die Crowd und der Solointerpret. Eine einzigartige Stimmung für beide Seiten.

Mit beeindruckender Fingerfertigkeit gibt er sein Können zum Besten. Und er kann wirklich was! Ich hab‘ zwar keine große Ahnung, aber das was ich da sehe und höre ist wirklich klasse. Seit der Mann mit der gelben Gitarre vor einigen Jahren eine Solokarriere gestartet hat, geht sein Stil mehr in die Richtung Soul und Funk. Dennoch ist eine gewisse „Härte“ in den Songs zu spüren. Auch die Körpersprache und Bewegungen erinnern an die Herkunft des Musikers.

Balladen und schnellere Songs wechseln sich ab. Jedes Stück wird anmoderiert. So erfährt man, was sich Magnus Rosen dabei gedacht hat. Seine Einleitungen finden sich wirklich in den Songs wieder. Vor Allem „The Storm on the seven Oceans“ hat es in sich und ich kann mitfühlen. Den Regen, das folgende Gewitter, den Hagel, den Sturm und auch die Ruhe danach.


Die letzten Stücke handeln von seinem verstorbenen Vater und auch hier kann ich mitfühlen.

 

Etwa eine Stunde lang haben wir ein Erlebnis der Sonderklasse, das einem im Leben wahrscheinlich nicht so oft passiert. Eine Stunde lang das unaufhörliche Meeresrauschen im Rücken und vorne die gefühlvollen und gleichzeitig kräftigen Saitenklänge. Eine Stunde lang ein Konzert, von einem, bei dem man merkt, dass er mit dem Herzen bei der Sache ist!

Basskonzert im Dschungel mit Magnus Rosen

Ruhig und besonnen hörten alle zu. Magnus hat sich voll ringehängt und du kannst sehen, wie er bei der Sache ist.

Später und am nächsten Tag unterhalten wir uns noch ein wenig. Magnus Rosen hat eine überaus freundliche und offene Art. Ich erzähle ihm von meinem Blog, meinen Reiseplänen, dass ich alles aufgegeben habe, um meiner Leidenschaft dem Surfen, zu folgen. Er ist begeistert und ich bin es ebenso. Eigentlich wird mir erst später klar, was da eigentlich passiert ist und wie großartig das Konzert eigentlich war.


„I never gave a concert to such a small crowd and in front of such an amazing scenery“

Magnus Rosén

 

Basskonzert mit Magnus Rosen. Magnus in seinem Element.

Nach dem Konzert haben wir alle noch gemeinsam gegessen und Fotos gemacht. Danke, Es war wirklich einzigartig!

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben in Sri Lanka

Hast du auch schon einmal etwas Ähnliches erlebt? Bist du auch schon einmal einer „Berühmtheit“ begegnet die du nicht gekannt hast? Hast du sonst eine coole Geschichte auf Lager die du gerne loswerden willst? Dann schreib mir doch ein paar Zeilen in die Kommentare!

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