Nicht mehr länger landlocked Surfer. Wie es ist auszubrechen!

Nicht mehr laenger landlocked Surfer!

Von Land umgeben, die Surfboards versauern in der Kammer und deine Surfsessions bestehen aus Onlineclips oder Surfliteratur? Das nennt man dann wohl „landlocked Surfer“! Dennoch treiben dich die Sehnsucht nach Meer und Träume von Wellen an? Wie wäre es nicht mehr „landlocked Surfer“ zu sein, sondern den Strand in Gehweite zu haben?

Diese Vorstellung war lange ein Hirngespinst. Gedankenfetzen, die sich zu einem Film vor meinem inneren Auge aufbauten wie ein Wellenset. Es sträubte sich etwas in mir, zu behaupten, dass ich Surfer bin. Du bist doch das was du tust, oder nicht? Bei sechs Wochen „Surfurlaub“ im Jahr war ich sehr gehemmt, mir diesen Stempel aufzudrücken. Urlaubssurfer vielleicht.

Nun habe ich Anfang 2016 mein Hirngespinst Wirklichkeit werden lassen. Eine Reise auf unbestimmte Zeit, um aus dem landlocked Dasein auszubrechen, begann in Sri Lanka. Sechs Monate auf dieser tollen Insel. Nun konnte ich jeden Tag surfen und meinen Traum leben.

Nicht mehr laenger landlocked Surfer!

Auf dem Foto ist kein Wasser zu sehen, aber das Board unterm Arm deutet darauf hin, wo ich her komme.

Egal, ob die Bedingungen gut oder schlecht waren. Mindestens zweimal am Tag ritt ich die Wellen im indischen Ozean für mehrere Stunden. Landlocked sein war kein Thema mehr. Plötzlich war ich Surfer. Denn du bist doch das, was du tust, oder nicht? Und ich machte kaum etwas Anderes.

Landlocked Surfer! Was bedeutet das für dich? Wie gehst du damit um? Wie brichst du aus?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich gerade eine Kampagne des Saltwatershops. Da hauptsächlich im deutschsprachigen Raum die meisten davon betroffen sind, werden landlocked Surfer aus diesem Gebiet mit dem Thema konfrontiert. Auch ich hatte die Ehre und dadurch die Motivation für diesen Artikel.

Die einzelnen Beiträge erscheinen regelmäßig auf Facebook, Instagram oder dem Blog des Saltwatershops. Es ist sehr interessant, wie jeder für sich mit dieser misslichen Lage umgeht. Und doch erkennt man Parallelen bei vielen Befragten. Wenn du auf dem Blog bist, dann wirf unbedingt auch einen Blick in den Shop. Es lohnt sich!

Denn das Saltwater-Team verfolgt bei ihrem Angebot eine ganz besondere Philosophie. Sie legen Wert auf Individualität, bieten bevorzugt kleinere nachhaltige Marken an und unterstützen auch kreative Newcomer. Der Shop ist ihre Art aus dem landlocked Dasein auszubrechen.


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Schau dir auch unbedingt das „LANDLOCKED“-Video passend zur Kampagne an!

 

Mit den Fragen, zu dem landlocked-Thema habe ich mich vorher nie wirklich beschäftigt. Nein, eigentlich wurden sie unbewusst jeden Tag von mir gelebt. Ein landlocked Surfer zu sein bedeutete für mich bisher ganz einfach das „normale Leben“. Fester Job, eine Wohnung und kein Meer in Sichtweite.

Damit umzugehen war nicht einfach. Jeder freie Gedanke wurde von Linups an exotischen und tropischen Zielen befallen. Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest, dann schau dir die Tipps bei Heidi auf Meerdavon an, was du gegen den landlocked-Frust unternehmen kannst.


Der Arbeitsalltag sollte nicht länger mein Leben bestimmen, sondern die Freiheit, surfen gehen zu können, wann immer die Laune danach ist.

 

Bekanntlich bin ich ja gerade wirklich ausgebrochen und habe alles was man braucht, um nicht länger landlocked zu sein. Strand, Meer und Wellen sind in Gehweite. Warmes Wasser, tropische Temperaturen und exotische Früchte gibt es als Bonus. Ein Traum!

Natürlich ist mir bewusst, dass es nicht ewig so weiter geht und ein Trip dieser Art auch finanziert werden will. Irgendwann muss wieder etwas in die Kasse kommen. Wie das dann aussieht und wie sich dies mit der Nähe zum Meer kombinieren lässt, ist die Frage. Vielleicht ein Ausbruch auf Dauer? Vielleicht doch wieder zurück in die Heimat?

Im Moment könnte mein Leben und mein Lebensinhalt nicht besser sein. Wenn ich Lust habe gehe ich surfen. Wenn ich ein Motiv sehe und inspiriert bin, hole ich die Kamera raus. Wenn ich eine Idee für einen Artikel habe, dann schreibe ich.

Nicht mehr laenger landlocked Surfer!

Auch wenn keine perfekten Wellen ankommen wird der Blick auf das Meer nie langweilig.

Trotzdem beschäftigen mich ständig Zukunftsgedanken. Existenzangst ist trotz paradiesischer Gegenwart immer wieder präsent. Wie wäre es wohl, wieder in ein „normales“ Leben zurück zu kehren. Kann ich das überhaupt? Bestimmt wäre es möglich! Denn mein Leben war vor meinem Ausbruch nicht schlecht. Außer eben der Kleinigkeit, die jedem landlocked Surfer aufstößt. Keine Wellen in Reichweite.

Es ist schon komisch! Da machst du eine Auszeit, um deinen Leidenschaften zu folgen und die Gedanken drehen sich ständig um die Zeit danach. Die ersten Monate in Sri Lanka fiel es nicht schwer, Abstand zu nehmen. Das Surfklischee „surf, eat, sleep, repeat“ wurde voll erfüllt. Kein Anflug von Surfmüdigkeit.


Es war Luxus, auch mal einen guten Wellentag nicht ins Wasser zu gehen.

 

OK, das kam wirklich selten vor. Auch wenn ich die ersten drei Monate oft am gleichen Spot und zu den gleichen Zeiten, vor dem Rathna Guesthouse surfte, stellte sich kein Alltag ein. Zu groß war der Drang nach diesem Lebensstil.

Nicht mehr länger Landlocked Surfer! Traum oder Wirklichkeit?

Manchmal muss ich mich trotzdem selbst kneifen, um zu realisieren, wo ich gerade bin. Langsam werden die Lebensumstände in Ländern wie, Sri Lanka oder den Philippinen, wo ich mich gerade aufhalte, zur Normalität.

Nicht mehr laenger landlocked Surfer!

In Siargao auf den Philippinen brauchst du erstens ein Motorrad und zweitens ein Boot, wenn du surfen willst. Die Wellen brechen irgendwo am Horizont.

Hier auf Siargao stehe ich morgens mit der Dämmerung auf, laufe zum Strand und nehme ein Boot zum Spot. Wir tuckern bei Sonnenaufgang an einer Wahnsinnskulisse von Palmen mit weißem Sand davor vorbei. Unter uns wechselt das klarste Wasser überhaupt, von grün über türkis bis dunkelblau.

Draußen am Riff sitze ich dann manchmal und wache kurz aus diesem Traum auf. Mein Blick schweift ab, vom Horizont hinüber zum Land. Dort ergießt sich gerade ein Regenschauer und zwei Regenbögen entstehen. Bin ich wirklich aufgewacht? Egal, denn es ist einfach traumhaft hier zu sein. Ausgebrochen. Nicht mehr landlocked Surfer.

Vielleicht nennt man es deshalb traumhaft, weil man das Erlebte erst später begreift. Ich habe gerade das Glück, jeden Tag nehmen zu können wie er kommt. Es ist unglaublich, diese Freiheit leben zu können. Die Herausforderung ist, diese Freiheit nicht Alltag werden zu lassen.

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben

Wie geht es dir dabei, als Surfer landlocked zu sein? Wie gehst du damit um? Bist du vielleicht auch schon einmal „ausgebrochen“? Hast du sonst ein paar Worte für mich übrig? Dann freue ich mich schon auf deine Geschichte in den Kommentaren.

 

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4 Kommentare

  1. So ein wundervoller Artikel. <3 Mir geht es landlocked absolut gar nicht gut. Seitdem ich mich nach langer Surfpause letztes Jahr nach 2 Surfurlauben erst so richtig ins Surfen verliebt habe, denke ich jeden einzelnen Tag dran und fühl mich, als hätte ich Liebeskummer. Nur, dass es im Gegensatz zum Liebeskummer nicht besser wird.. aus dem Grund werde ich mich im Herbst auch aufmachen, um mich vom Landlocked-Dasein erstmal zu verabschieden. 😉

    • Markus Warth

      Hey Alexandra,

      entschuldige erst mal die verspätete Rückmeldung. Ich war einige Tage unterwegs und auch viel am Surfen 😉

      Danke seeehr und freut mich, dass dir der Artikel gefällt. Wo geht es denn hin im Herbst? Bist du länger unterwegs?

      Ja, es ist immer noch eine Sehnsucht nach den Wellen da. Seit über einem Jahr befinde ich mich nun meistens nicht weiter als 5 Minuten vom Strand entfernt und es macht sooo zufrieden. Aber eins muss dir klar sein! Wenn Es dich „packt“, dann wird das Verlangen nach Wellen und Surfen immer größer. Du wirst nicht mehr Ohne auskommen wollen. Aber keine Panik! Es gibt Möglichkeiten seinem Leben eine gewisse Richtung zu geben.

      Ich für meinen Teil, kann sagen, dass ich gerade genau da bin, wo ich schon immer sein wollte. Wobei das jetzt keinen speziellen Ort definiert, sondern die Lebensweise.

      Es freut mich auf jeden Fall sehr für dich, dass du dich Aufmachst!

      Schöne Grüße,
      Markus

      • Kein Problem. 🙂 Surfen entschuldigt natürlich für alles, haha. 😉

        Ja, ich plane, länger unterwegs zu sein.. über den Winter geh ich nach Marokko, so für 3-4 Monate, und danach möchte ich nach einem kurzen Deutschland-Stopp nach Sri Lanka (haha), Bali, Australien & Neuseeland. 🙂

        „Aber eins muss dir klar sein! Wenn Es dich „packt“, dann wird das Verlangen nach Wellen und Surfen immer größer. Du wirst nicht mehr Ohne auskommen wollen.“ Du, das ist okay – das Problem hab ich jetzt schon seit einem Jahr. Was soll man auch machen.. :’D

        Ich denke, man findet immer Wege. Kennst du zB den schweizer Film „I wanna surf“? 😉

        Liebe Grüße zurück,
        Alex

        • Markus Warth

          …wow, das sind tolle Pläne! Hey, wer weiß… vielleicht sind wir in dieser Zeit auch gerade wieder in Sri Lanka.

          Den Film kenne ich jetzt noch nicht, werde aber mal die Suchmaschine damit füttern und schauen, was es damit auf sich hat.

          Schöne Grüße,
          Markus

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