Boarderlines von Andreas Brendt: Das perfekte Reisebuch

Boarderlines in Sri Lanka

Geschichten über exotische Länder, Abenteuer, Wellen! Schon immer las ich in Magazinen am liebsten die verrückten Geschichten aus den Dschungeln und „gefährlichen“ Ländern dieser Erde. Jetzt gibt es ein ganzes Buch davon. Boarderlines!

Surfgeschichten von Andreas Brendt, der am liebsten einfach nur Andi ist. Ich habe schon mehrere Bücher über Surfer und Wellen gelesen. Romane. Erfundene Geschichten. Dieses Buch ist echt. Wirklich erlebt. Auch weil es ein extra Kapitel über Sri Lanka gibt wollte ich es unbedingt lesen. Die Versuchung war groß, gleich zum einschlägigen Teil vor zu blättern, doch die Spannung sollte bleiben.

Seine Reise beginnt 1996. In Bali. Für viele das Einstiegsland in eine surfreiche Zukunft. So auch bei mir. Nur erlebt Andi in seinem Buch Boarderlines genau diese Geschichten, die mich immer so faszinieren, ich aber auch nicht unbedingt selbst erlebt haben muss. Bali, Australien, Südafrika, Sri Lanka, Peru, Ecuador, Neuseeland, Fiji, Sumbawa, Chile. All die wellenreichen Abenteuerländer.

Boarderlines in Sri Lanka

Andi nach zwanzig Jahren Surfreisen. (Foto: Ballosch&WeAreCity)

Zwischendurch geht es immer wieder zurück in die Heimat. Studieren. Dem vorbestimmten Weg gerecht werden. Andi zieht es durch, hält es aber nie lange aus. Keine Angst vor Neuem. Keine Furcht, ohne Plan in unbekannte Länder zu reisen. Zufälle und Erlebnisse, bei denen du oft denkst: * „Das gibt es doch alles gar nicht!“ Alles im Schatten einer Boardbag und der Sehnsucht nach Meer.


„Vielleicht brauche ich eine weitere Lektion von unterwegs. Oder es ist die Sehnsucht nach Wellen. Nach sieben Wochen Uni bin ich soweit, …“

Andreas Brendt, Boarderlines

 

Andi reist zu einer Zeit nach Sri Lanka, in der viele die unstabile Lage fürchten. 1998! Bürgerkrieg! 13 Jahre, bevor es mich das erste Mal dorthin verschlägt. Ich bin ein klein wenig neidisch, das damalige Sri Lanka nicht erlebt zu haben.

* „Nur wer blind einem Fremden folgen kann, wird das Besondere finden. Große Worte und Reiseromantik, …“ Genau dies ist die Einstellung, der Boarderlines folgt. Sich treiben lassen, sich auf etwas einlassen, dem Bauchgefühl folgen. Herrlich! So auch in Sri Lanka. Der Zug bringt Andi, mit Hilfe eines Locals, in die Nähe von Hikkaduwa. Jeder der schon einmal im Bahnhof in Colombo stand, kann vielleicht erahnen, wie es vor 20 Jahren dort zuging.

Boarderlines in Sri Lanka

Irgendwo da unten muss Andi nach der Ankunft in Colombo auf seiner Boardbag gelegen haben.

Ich lese: * „Hikkaduwa ist der Traum, der mich nach Sri Lanka gelockt hat.“ Kaum nachvollziehbar, so wie es heute dort zugeht, aber genau deshalb so faszinierend. Er stürzt sich in die Wellen und genießt die Leichtigkeit der einheimischen Mentalität, die heute immer noch vorhanden ist.

* „Ich treffe auf einen Menschenauflauf und helfe den Fischern, ihr riesiges Netz einzuholen. Eine Menge Leute hat sich versammelt. Die Meisten sind in Fetzen gekleidet, haben furchtbar schiefe Zähne und das unbefangene Lachen von Kindern. Sie freuen sich über jede helfende Hand und weisen mir eine Position am Seil zu.“ Ein tolles Erlebnis, den Einheimischen beim Alltäglichen, zur Hand zu gehen. Besser als jede Sehenswürdigkeit. Und du bekommst auch etwas dafür.

* „Ein großer Haufen kleiner Fische zappelt auf dem Sand. Wir feiern unseren Fang. An diesem Seil hängt mehr Glück, als ich je gesehen habe. Weniger ist mehr, die Einfachheit fesselnd, die Leute voller Begeisterung, randvoll mit Glück, obwohl oder gerade weil sie gar nichts haben. … Auch wenn die Worte viel zu schwach sind für den Moment, füllen sie mein Abenteuerbuch mit den besten Erinnerungen. Und mich mit Lebensfreude.“ Das sind die Dinge, die du in Sri Lanka erleben willst. Das alltägliche Leben.


„Den Augenblick voll erleben, anstatt die Kamera zu zücken, um ein schwaches Foto davon zu schießen. Loslassen können, statt festhalten müssen. Dann wird alles leichter und der Geist freier.“

Andreas Brendt, Boarderlines

 

Versuche es mal. Lass deine Kamera zu Hause. Und du wirst belohnt mit Tiefe. Mir fällt es auch nicht leicht, da ich sehr gerne fotografiere und versuche, Dinge im Bild lebendig werden zu lassen. Eine der besten Reisen für mich war 2009 nach Bali. Meine Kamera hat am zweiten Tag beschlossen, sich zur Ruhe zu setzen. Befriedigender Ersatz war nicht aufzutreiben. Ich hatte die restliche Zeit eine Leichtigkeit in meiner Wahrnehmung, die bislang unübertroffen ist. *„Nichts fühlt sich besser an als Leichtigkeit.“

Boarderlines in Sri Lanka

Das alltägliche Leben der Einheimischen Fischer. Nicht in Hikkaduwa, dafür in Arugam Bay.

Es ist auch immer wieder großartig, wie Andi durch seine, von Unbekümmertheit getriebene Neugier, auf Dinge stößt, die sein zukünftiges Leben beeinflussen. *„In der kleinen, aus ein paar Brettern zusammengeschusterten Bücherei inspiziere ich die Regale und bleibe an einem Buch mit buntem Cover hängen, das den Titel How to Live Without Fear and Worry trägt. Klingt viel versprechend. 300 Seiten mit der besten Einführung in den Buddhismus, die man sich vorstellen kann. Einfach, verständlich, naheliegend.“

Die Zeit fliegt. Und auch diese Reise geht für Andi zu Ende. Was er letztendlich aus Sri Lanka mit nimmt sind: *„… wunderbare Menschen, Fischer mit schiefen Zähnen, dicke Elefanten, lachende Vögel, explodierender Bürgerkrieg, sanfter Buddhismus, Rubine und starke Wellen.“ Aber nicht nur Erinnerungen in Form von Eindrücken bleiben ihm. Auch das Buch aus der zusammengeschusterten Bücherei ist im Gepäck.


„Immer wieder lese ich ein paar Seiten, um zu entspannen, versuche alles nicht so ernst zu nehmen, denn mit dem Buddhismus im Rücken gelingt Freude auch zu Hause.“

Andreas Brendt, Boarderlines

 

Beim ersten Lesen des Sri Lanka-Kapitels in Boarderlines war ich ein wenig enttäuscht. Kaum Geschichten über die Wellen. Keine halsbrecherische Suche nach unbekannten Spots im Dschungel. Keine Nahtoderfahrungen. *„In den vergangenen zwei Salzwassermonaten habe ich so viele Wellen gesehen, …“ ist die ganze Begeisterung über das Surfen.

Boarderlines in Sri Lanka

Vor dem Surfen. Nach dem Surfen. Lesen lesen lesen. Für Reisende ist Boarderlines als E-Book zu empfehlen.

Ich musste das Kapitel mehrmals lesen um zu verstehen, was ich eigentlich schon lange wusste. Es ist nicht nötig, die Brandung und Surferlebnisse in diesem Land hervor zu heben. Die Wellen sind einfach da und machen Spaß. Aber das, was wirklich an Sri Lanka fasziniert, sind Einfachheit und Menschlichkeit. Die Menschen und das Leben selbst. Die Leute sind neugierig und dankbar, dass du ihr Land besuchst. Lächle, sei offen und zeige Respekt!


„Ich bin dieser wundervollen Insel unendlich dankbar.“

Andreas Brendt, Boarderlines

 

Zehn Jahre für die Wellen. Von 1996 bis 2005. Surfgeschichten, die dich zum Lachen bringen und dich ungläubig den Kopf schütteln lassen. Du willst immer wissen wie es weitergeht. Was das nächste verrückte Abenteuer ist. Du bist mitten Drin.

Natürlich musste ich wissen, wie die Surfwelt um Andreas Brendt weiter tickt. „F… you Happiness!“ ist die Fortsetzung und schließt an den ersten Teil an. Hast du erst einmal Boarderlines gelesen, kommst du um die Fortsetzung nicht mehr herum. Die Wellen werden größer, die Liebe nimmt Überhand und unglaubliche Geschichten nehmen dich mit auf einen Surftrip um den Globus.

Boarderlines in Sri Lanka

Dies sind die guten Stücke. Es ist zu empfehlen, die Bücher nach der Reihe zu lesen.

Ich wäre auch gespannt wie es danach weiter geht!

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben in Sri Lanka

Hast du Boarderlines auch schon gelesen? Wie hast du die Geschichten erlebt? Oder hast du selbst was ähnliches erfahren? Hast du sonst ein paar Worte für mich übrig? Dann schreib mir doch was nettes in die Kommentare.

(Die mit * markierten Sätze sind Zitate aus Andi’s Boarderlines)

 

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2 Kommentare

  1. Waldemar Arndt

    Wir planten gerade unsere Reise nach Kanada und ich überlegte schon die ganze Zeit was ich im Flugzeug lesen möchte. Ich hatte gerade so ein „Leseloch“ also überhaupt keine Inspiration welche Art von Buch ich überhaupt lesen wollte. Die Bücher die mir immer in Erinnerung blieben waren meistens Bücher über verrückte Abenteuer wie zb. Angst und Schrecken in Las Vegas. Aber ich fand nie etwas was meinen Ansprüchen oder Erwartungen genügen konnte Eines Tages kam meine Freundin mit diesem Buch an, Boarderlines. Mh… dacht ich, hab ich ne Verhaltensstörung?? Sie meinte es geht um nen Typen der um die halbe Welt reist und dort surft. Hört sich ganz nett an meinte ich zu ihr. Wir hatten zu der zeit unsere allererste Surflesson in Tofino auf Vancouver Island gebucht, passt ja zu unserem Trip, das Buch, überlegte ich. Dieses Buch gab mir meine Inspiration wieder.
    Genau solche Bücher wollte ich immer lesen!!!! Über Abenteuer und Zufälligkeiten, fremde Länder und Kulturen, Leidenschaft und Liebe
    Andreas Brendt (und die Surflesson)haben es geschafft mich für das Surfen zu begeistern, das ich so nie auf dem Schirm hatte. Er räumte mit Vorurteilen auf die ich gegenüber Asien hatte und öffnete mir damit neue Türen. Er zeige mir eine neue Sicht auf das Leben.
    Es ist zu meinem absoluten Lieblingsbuch geworden was ich sofort all meinen Freunden empfiel.

    • Markus Warth

      Hey Waldemar,

      danke für dein Kommentar!

      Ja, es sind wirklich tolle Bücher. Man hat immer das Gefühl mitten in den Geschichten zu sein. Kein erfundener Roman sondern wirkliche Erlebnisse. Hol dir auf jeden Fall auch das zweite Buch, wenn du es nicht schon hast. Es lohnt sich!

      Grüße,
      Markus

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