Arugam Bay und seine Eigenheiten: Was man so hört über das Surferdorf im Osten Sri Lankas

Arugam Bay Fischer lassen ihr Boot ins Wasser

Sri Lanka ist ein ganz besonderes Land und Arugam Bay ein sehr spezieller Ort auf dieser beeindruckenden Insel. Lass dir erzählen, was dich in dem Surfernest erwartet!

Dort drüben, im südlichen Teil der Ostküste, ist außer Surfen nicht viel geboten. Aber davon gibt es Viel und Gutes! Arugam Bay fühlt sich, trotz seiner guten Infrastruktur für Surftouristen, schon manchmal wie das Ende der Welt an. Nach zwölf Stunden Flug landest du in Colombo und musst noch den besten Weg an die Ostküste finden.

Vor Ort ist dann erst mal alles anders als in der europäischen Heimat. Anderer Lebensstandard, andere Lebensweise, andere Religion, andere Kultur, anderes Essen… uuund andere Wellen! Ja wirklich, die Wellen sind besonders dort drüben und deshalb treffen sich Jahr für Jahr jede Menge Leute zum Surfen in Arugam Bay.

Aber ist es nicht gerade das was Surfen und das damit verbundene Reisen so besonders macht? Das Verbinden von Kulturen durch so eine einfache Sache wie den Wellen? Sollte man jedenfalls meinen. Denn um Arugam Bay kursieren einige unschöne Geschichten.

Arugam Bay Schild The best Surfer out there is the one having the most fun

Nimm dir den Spruch zu Herzen und lächle. Auch wenn du mal gedroped, beleidigt oder doof angemacht wirst. Gilt übrigens auch ausserhalb des Wassers!

Vorurteile über Arugam Bay. Was man so hört und liest!

Arugam Bay ist mit vielen Vorurteilen belastet. Megacrowded! Aggressive Surftouris! Unfreundliche Tuktukfahrer! Laute Partys! Lange Anreise! Teuer! Ich habe schon viele Dinge dieser Art über den Surferort an der Ostküste Sri Lankas gehört und gelesen und muss sagen: „Stimmt!“ und: „Stimmt nicht!“

Es gibt Dinge, die machen für uns absolut keinen Sinn und sind vielleicht auch irgendwie ungerecht. Aber es ist wie es ist! Die Regeln in Arugam Bay machen die Locals. Damit meine ich die Bewohner, die Fischer, die Restaurantbetreiber, die Gästehausbesitzer, die Tuktukfahrer und nicht zuletzt die Surfer.

Einige ungeschriebene Gesetze, die eigentlich auch gar nicht schlimm sind, wollen befolgt werden. Halte dich einfach daran und du wirst eine tolle Zeit haben. Du solltest auf keinen Fall alles hinterfragen und erwarten, dass du deine eigenen Vorstellungen durchsetzen kannst.

Das soll nicht heißen, dass Surfer dort nicht willkommen, und die Locals unfreundlich sind. Ganz im Gegenteil! Singhalesen sind überaus freundlich, hilfsbereit und Surfer sind in ganz Sri Lanka gern gesehene Gäste. Deshalb solltest du ihnen mit Respekt und Wertschätzung begegnen, auch wenn Manches für dich unangebracht scheint.

Arugam Bay Local Mr Fisherman vor seinem Strandlokal

Es entstehen ständig neue Restaurants rund um Arugam Bay. Leider gibt es dadurch schon fast ein Überangebot und der Kampf um die Kunden beginnt.

Kultur und Eigenheiten der Locals in Arugam Bay. Zeige Respekt!

In Sri Lanka sind die kulturellen Unterschiede in sich schon gegeben. Je nach Region spiegeln diese sich in Form der gelebten Religion wider. Sind in weiten Teilen des südwestlichen Bereiches der Insel Buddhisten, Hindus und Christen vertreten, konzentrieren sich im Osten und in Arugam Bay Muslime und Hindus.

Ob Buddhisten, Christen, Muslime oder Hindus ist eigentlich egal, denn alle Singhalesen haben eins gemeinsam. Sie sind ein sehr stolzes Volk und leben in einer komplett anderen Kultur als wir Westler! Dieser Stolz, sowie die andere Kultur verlangen von dir als Besucher einiges an Respekt und Zurückhaltung!

Stelle dich also schon zuhause darauf ein, dass dort alles ein wenig anders ist. Hierzu gehört auch angemessene Kleidung. Um ungewünschten Blicken aus dem Weg zu gehen, bedeutet das für die Surferinnen, nicht ganz so offenherzig zu sein. Aber auch die männlichen Surfer sollten in Restaurants oder Cafes nicht mit freiem Oberkörper einkehren.

Bleibe nett, freundlich und vor Allem ehrlich. Denn die Menschen dort haben vielleicht nicht unsere Möglichkeiten, sind deshalb aber nicht weniger intelligent und merken sehr wohl, wenn sie für dumm verkauft werden.

Arugam Bay Surfer mit gebrochenem Surfboard

Nachdem mir mein Board gebrochen war gab es einiges an Diskussionsbedarf. Nicht wie es passiert ist, sondern wer es zum Reparieren bekommt. Ich habe so Einiges aus der Situation gelernt.

Ein kleines Beispiel: Der Strandverkäufer bietet dir seine Wahre zum Kauf an. Du brauchst aber weder eine neue Sonnenbrille noch willst du eine Uhr haben. Antworte am besten mit einem schlichten “No, thank you!“ Lächle dabei ein wenig und geh weiter.

Oft gehörte Kommentare wie „Sorry, I have no money!“ oder „Maybe tomorrow!“ sind eher unangebracht. Denn die Leute wissen genauso gut wie du, dass Geld vorhanden ist und „VIELLEICHT“ bedeutet in Sri Lanka so viel wie „JA!“.

Du solltest auch vermeiden, die Locals gegeneinander „auszuspielen“. Für uns ist es ganz normal, sich mehrere Angebote einzuholen und zu schauen, wer den besten Preis hat. In Arugam Bay herrscht da aber ein etwas anderes Konkurrenzdenken. „Heute hier, morgen dort“ ist nicht gerne gesehen. Dabei sind die Tuktukfahrer eine besondere Gruppe und haben einen ganz speziellen „Geschäftssinn“.

Die Tuktukregeln in Arugam Bay

Über die sogenannte „Tuktukmafia“ kursieren immer wieder wilde Geschichten. Von gestohlenen Wertsachen über zu hohe Preise bis zu manipulierten Tuktuks von Selbstfahrern sind schon einige unschöne Dinge vorgekommen. Auch mir ist schon das ein oder andere Ärgerliche passiert.

Es herrscht auf jeden Fall ein sehr großer Konkurrenzkampf zwischen den Tuktukfahrern in Arugam Bay und jeder möchte ein Stück vom Surftraveller-Kuchen abhaben. So entstehen manchmal seltsame Regeln.

Arugam Bay Wartende Tuktuks an der Kreuzung zum Mainpoint

Tuktuks gehören in Sri Lanka einfach dazu. Stell dich darauf ein, dass dich die Fahrer immer wieder fragen, ob du denn ein „Taxi“ brauchst.

Eine davon besagt, dass auf einem Tuktuk max. zwei Surfboards transportiert werden dürfen. Dies ist natürlich ärgerlich, wenn man bedenkt, dass in den putzigen Fahrzeugen Platz für drei Personen oder sogar mehr wäre. Aber die Regeln sind nun mal so und es hilft nichts, sich darüber aufzuregen.

Du wirst rund um den Surferort auch keine Mopeds mit Surfracks finden. Auch hiergegen wehren sich die Tuktukfahrer. Würde das doch weniger Kunden für diese bedeuten. Es ist nicht ratsam, aber manche umgehen dieses Verbot, indem sie sich während der Mopedfahrt eine Boardbag umhängen.

Im Gegensatz zu einem Scooter mit Surfrack als eigenes Transportmittel, kannst du jedoch ein Tuktuk ausleihen. Ich will dir aber gar nicht erst erklären, wo und wie das möglich ist. Sondern dich lediglich darauf hinweisen, dass es nicht sehr gerne gesehen ist, wenn Surftouristen selbst mit einem Tuktuk zum Spot fahren.

Um Ärger aus dem Weg zu gehen rate ich immer dazu, ein Tuktuk über die Unterkunft zu organisieren. Diese haben immer gute Kontakte und bemühen sich um verlässliche Fahrer. Wenn du zufrieden bist, dann lass dir die Telefonnummer geben und schon kannst du deine Fahrten selbst organisieren.

Sonst kann ich dir einfach nur empfehlen freundlich und respektvoll zu bleiben, zu lächeln und die ungeschriebenen Gesetze zu akzeptieren!

Arugam Bay Surftuktuks am Whiskey Point

Wartende Surfmobile am Whiskey Point. Die Regel besagt, dass max. zwei Bords je Tuktuk transportiert werden dürfen.

Arugam Bay mit seiner Crowd und aggressiven Surftouristen

Die Crowds sind da, das ist keine Frage. Zumindest während der Peakseason von Juli bis September wird es randvoll. Meide also diese Zeit und reise lieber am Anfang oder am Ende der Saison hin. Wann genau die beste Reisezeit zum Surfen in Sri Lanka ist erfährst du hier.


Sei dir jedenfalls bewusst, dass du selbst auch ein Teil der Crowd bist.

 

Aggressive Surfer gibt es, wie an jedem anderen Spot dieser Welt, mit Sicherheit auch in Arugam Bay. Oft werden in diesem Zusammenhang gewisse Nationalitäten genannt. Ich muss dazu sagen, dass die meisten Leute überaus freundlich sind und die manchmal schlechte Stimmung im Lineup mit Sicherheit nicht an einer bestimmten Nationalität fest zu machen ist.

Dies liegt wohl mehr an der Masse der Surfer, als an der grundsätzlich aggressiven Einstellung der Menschen. Kommen viele Leute mit unterschiedlicher Kultur auf engem Raum zusammen, können natürlich schon ganz verschiedene Ansichten auftreten. Wenn dann jeder noch das Gleiche will und davon nicht genug geboten wird, ist es manchmal nicht leicht freundlich zu bleiben.

Mein allgemeiner Tipp ist: „Gehe ohne Vorurteile dort hin, sei nicht auf Konfrontation aus, bleibe defensiv und verhalte dich so, wie du es selbst erwartest!“ Ich hatte z.B. eine meiner besten Sessions in Arugam Bay mit zwei fremden Jungs aus einer anderen Kultur. Wir waren zusammen in Okanda und haben uns gegenseitig jede Welle gegönnt. Zudem haben sie es sich nicht nehmen lassen, das Tuktuk zu bezahlen und mich noch auf ein Bier am Abend einzuladen!

Arugam Bay Surfer warten auf Wellen

Nachfrage und Angebot sind beim Surfen oft nicht so ganz zufriedenstellend.

Lange Nächte und jede Menge Partys

Ja, es wird einiges an Beach Parties und Nightlife geboten. Mir geht es in diesem Abschnitt nicht darum dieses zu verurteilen, sondern ich will dich darauf vorbereiten, dass du nach Sonnenuntergang nicht auf ein verschlafenes Nest hoffen kannst.

Die Bässe wummern meist die ganze Nacht durch die Bucht und nicht selten sind am frühen Morgen auf dem Weg zum Main Point noch feiernde Partygäste zu sehen. Während der Peakseason besteht fast jeden Tag der Woche die Möglichkeit irgendwo das Tanzbein zu schwingen und Einen zu heben.

Die Musik ist laut, die Leute sind ausgelassen und es wird auch so Einiges konsumiert. Obwohl der größte Anteil der lokalen Bevölkerung in und um Arugam Bay Muslimisch ist, fließt jede Menge Alkohol. Dadurch kommt es bei entsprechendem Pegel leider immer wieder zu handgreiflichen Auseinandersetzungen. Meistens machen diese aber die Locals unter sich aus.


Bleib also anständig und lass dich in keine Streitigkeiten verwickeln!

 

Ich persönlich gehe zum Surfen nach Arugam Bay und nicht um Party zu machen. Da die besten Wellen auch früh am Morgen laufen, ist es bestimmt nicht verkehrt sich etwas früher von dem bunten Treiben zu verabschieden. Dies schont zudem auch deinen Geldbeutel, denn Alkohol ist dort nicht ganz günstig. Was sonst bei der Budgetplanung für Sri Lanka auf dich zukommt, kannst du hier lesen.

Arugam Bay Good Vibes Schild vor dem Hideaway Cafe

Keine Sorge, In Arugam Bay gibt es auch „good vibes“. Du musst nur deine Ansprüche anpassen!

Mein Fazit um einen gelungenen Surftrip nach Arugam Bay zu erleben

Um eine gute Zeit in Arugam Bay zu haben, solltest du dich anpassen! Respektiere die Menschen und ihre unterschiedlichen Kulturen. Gehe nicht mit der Erwartung dort hin, alleine zu sein. Die Anreise ist hart und beschwerlich, trotzdem nehmen viele Surfer den Weg auf sich. Achte deshalb auf die richtige Reisezeit und meide, wenn möglich, die Peakseason!

Mit der richtigen Einstellung und der nötigen Zurückhaltung wirst du einen tollen Surftrip erleben! Und keine Angst: „Es ist alles halb so wild!“

Schön, dass du vorbei geschaut hast und bis bald.

Surfen, Reisen, Leben in Sri Lanka

Hast du noch Fragen zu den Eigenheiten rund um Arugam Bay? Warst du selbst schon mal dort und kannst aus eigener Erfahrung sprechen? Dann schreib mir was in die Kommentare!

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Markus,
    vielen Dank für deinen Blog mit Mehrwert! Eine entfernte Bekannte von mir kehrte vor einiger Zeit aus eben diesem Urlaub im Arugam Bay zurück- und war relativ enttäuscht. Seitdem blieb mir die Verbindung „Surfurlaub in Sri Lanka“ nicht gut im Gedächtnis hängen. Dieser ehrliche Blog legt ganz deutlich jedes Schwarz- oder Weißdenken bezüglich eines Surfurlaubs in Arugam Bay ab und schafft endlich Klarheit. Party, Sonne, tolle Wellen- als das bietet diese Bucht. Sie hat auch ihre negativen Seiten, doch solange man weiß, sich zu benehmen, kann man eine tolle Zeit haben. 

    • Markus Warth

      Hey Christian,

      freut mich, dass dir mein Blog gefällt.
      Respekt ist schon wichtig. Natürlich sollte man sich auch im Klaren darüber sein wo man hingeht und was einen erwarten kann.

      Grüße,
      Markus

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